KI-Telefonassistent und Voicebot: Was Anrufer erfahren müssen

Kurz gesagt: Ein KI-Telefonassistent ist ein KI-System, das direkt mit Menschen interagiert. Seit dem 2. August 2026 muss der Anrufer erkennen können, dass er mit einer Maschine spricht (Artikel 50 Absatz 1 der KI-Verordnung), also ein hörbarer Hinweis zu Beginn des Gesprächs. Wird die Stimme des Anrufers auf Emotionen ausgewertet, kommt eine Informationspflicht dazu (Artikel 50 Absatz 3). Für die Aufzeichnung gilt daneben § 201 StGB: ohne Einwilligung keine Aufnahme.

Für Arztpraxen, Handwerksbetriebe und Kanzleien, die den Assistenten zur Entlastung des Telefons einsetzen, sind das überschaubare Anforderungen. Eine Grenze gibt es: Notfälle und Dringlichkeitsentscheidungen gehören nicht zur Maschine.

Welche Rolle haben Sie?

Der Dienstleister, der den Assistenten bereitstellt, ist Anbieter und muss das System so gestalten, dass die Information erfolgt. Sie sind Betreiber und verantworten Konfiguration, Begrüßungstext, Datenflüsse und den Umgang mit dem, was der Assistent notiert. Lassen Sie den Assistenten unter eigenem Namen als eigenes Produkt entwickeln, sind Sie selbst Anbieter (Artikel 3 Nummer 3).

Was heute schon gilt

Wo die Grenze liegt

Anhang III Nummer 5 Buchstabe d nennt KI-Systeme zur Bewertung und Einstufung von Notrufen und zur Triage in der Notfallversorgung als Hochrisiko. Ein Praxis-Assistent, der Symptome abfragt und über Dringlichkeit entscheidet, nähert sich dieser Kategorie. Die sichere Konfiguration: Bei Notfallstichworten sofort an einen Menschen oder den Notruf verweisen, keine medizinische Einschätzung durch den Bot. Ähnlich im Kundenservice: Ein Assistent, der Kreditanfragen von Privatpersonen bewertet, ist ein Anhang-III-System (Nummer 5 Buchstabe b).

Drei Schritte, die reichen

  1. Begrüßung und Aufzeichnung. Erste Ansage prüfen: „Sie sprechen mit dem digitalen Assistenten der Praxis Muster“, Hinweis auf Aufzeichnung mit Ausstiegsmöglichkeit, Weg zu einem Menschen.
  2. Datenschutz. Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Dienstleister, Datenschutzinformation, Löschfristen, bei Gesundheitsdaten zusätzlich Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 203 StGB.
  3. Inventar und Unterweisung. Assistent ins KI-Inventar, Team unterweisen: Was der Assistent notiert, was geprüft werden muss, wann eskaliert wird (Artikel 4).

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Häufige Fragen

Muss der Assistent sagen, dass er eine KI ist?

Ja, es sei denn, es ist offensichtlich. Am Telefon ist es das selten, deshalb gehört der Hinweis in die Begrüßung.

Darf der Assistent Gespräche aufzeichnen?

Nur mit Einwilligung des Anrufers, die vor der Aufnahme eingeholt wird (§ 201 StGB). Ein Hinweis mit der Möglichkeit aufzulegen oder einen Menschen zu verlangen ist der übliche Weg.

Ist ein Praxis-Telefonassistent ein Hochrisiko-System?

Für Terminvergabe und Rezeptanfragen nein. Sobald er Dringlichkeit oder Notfälle einstuft, bewegt er sich in Richtung Anhang III Nummer 5 Buchstabe d. Notfälle immer an Menschen.

Was gilt bei Stimmungsanalyse im Kundenservice?

Gegenüber Kunden Informationspflicht nach Artikel 50 Absatz 3; gegenüber eigenen Beschäftigten Verbot nach Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f.

Welches Bußgeld droht bei fehlendem Hinweis?

Artikel 99 Absatz 4: bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Jahresumsatzes, für KMU der niedrigere Betrag. Obergrenzen, keine Regelsätze.

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Diese Seite ist eine Orientierungshilfe auf Basis der Verordnung (EU) 2024/1689 in der Fassung der Verordnung (EU) 2026/1744 und ersetzt keine Rechtsberatung.

Stand: September 2026